FRIAUL-JULISCH VENETIEN

BAUERNHOF ERMACORA

San Giovanni al Natisone, Udine · Rinderzucht · Fleischproduktion

Mauro Ermacora züchtet Rinder in San Giovanni al Natisone, in jenem Teil der friaulischen Ebene, wo der Natisone aus den slowenischen Tälern herabfließt und sich die Landschaft zwischen Rebstöcken, Dauerweiden und alten, beständigen Bauernhöfen öffnet. Sein Betrieb ist ein Familienunternehmen, das eine tief in der Region verwurzelte Tradition fortführt, mit einer Bewusstsein, das nie selbstverständlich war: Tiere brauchen Raum, Zeit und Fürsorge, und diese Fürsorge schmeckt man im Endprodukt.

Mauro ist die vierte Generation. Für ihn ist dieses Handwerk eine tiefe Berufung — etwas, das er seit Geburt im Blut hat. Er züchtet Fleischrinder und lehnt die Eile der Massenproduktion ab, wählt einen langsameren, traditionelleren Weg, weil Qualität Zeit braucht. In der Natur gibt es keine Abkürzungen: Eine Trächtigkeit dauert neun Monate und das Wachstum hat seine eigenen, heiligen Rhythmen. In einem Kontext, in dem die industrielle Massentierhaltung die Landschaft zunehmend seiner Identität und seiner Menschen beraubt hat, liefert die Fattoria Ermacora eine konkrete und leise Antwort.

Die Person, die seine Sichtweise am meisten geprägt hat, war ein alter Züchter namens Elia, der vor Kurzem verstorben ist. Er sagte immer, dass der wirklich Reiche derjenige ist, der sich begnügt. Er ließ Mauro verstehen, dass die Jagd nach Quantität und die ständige Vergrößerung der Herde zu einer endlosen Spirale werden — immer mehr Land, immer größere Maschinen, immer weniger echte Fürsorge. Von ihm lernte er, ohne Eile und ohne Angst zu arbeiten. „Wenn Züchter wie er sterben“, sagt Mauro, „die einem noch mit 97 Jahren erzählen, wie sie mit 13 allein die Kühe zum Markt trieben — stirbt ein Stück Geschichte.“

Was er konkret bewahrt, ist ein Erbe aus Gesten und Verständnissen, das die Intensivhaltung gerade auslöscht: das tiefe Vertrauensverhältnis, das nur entsteht, wenn man die natürlichen Rhythmen der Tiere respektiert. Durch das tägliche Zusammenleben mit ihnen hat er gelernt, ihre Körpersprache zu lesen und ihren emotionalen Zustand zu verstehen. Es ist ein altes, immaterielles Wissen: Heute weiß er allein durch das Beobachten seiner Kühe, ob sie etwas brauchen oder wann sie kalben werden. Die Kälber bleiben so lange bei den Müttern, wie es nötig ist, um das Kolostrum aufzunehmen — lebenswichtig für ein gesundes Wachstum — etwas, das in der Intensivhaltung nicht existiert.

Das Zeichen, dass der Weg der richtige ist, kommt jeden Tag, wenn er den Stall betritt. Die Tiere begrüßen ihn mit einem Brüllen, ruhig, kommen näher, um gestreichelt zu werden. Jedes hat seine eigene Intelligenz, seine eigene Persönlichkeit. Sie so gelassen zu sehen, auch mit Fremden, ist die Bestätigung, die er suchte. Mauro verkauft nicht nur Fleisch: Er teilt eine Vision. In diesem Stück Fleisch steckt ein Tier, das gut gelebt hat, an einem bestimmten Ort und zu einer bestimmten Jahreszeit. Dieser Geschmack — der niemals zufällig ist — ist das Ergebnis vieler Arbeit, vieler Fürsorge und einer bewussten Entscheidung, die Dinge niemals auf dem einfachsten oder schnellsten Weg zu erledigen.

Dieser Geschmack — der niemals zufällig ist — ist das Ergebnis vieler Arbeit, vieler Fürsorge und einer bewussten Entscheidung, die Dinge niemals auf dem einfachsten oder schnellsten Weg zu erledigen.

Ancestrale ist eine Reise zur Entdeckung einer jahrtausendealten Kultur, die Menschen und Tiere, Landschaften und Gemeinschaften verbindet – zwischen Weiden, altem Wissen und traditionellen Handwerken, die heute neue Identitäten und Modelle ländlicher Entwicklung in Friaul-Julisch Venetien prägen.

Ancestrale ist eine Reise zur Entdeckung einer jahrtausendealten Kultur, die Menschen und Tiere, Landschaften und Gemeinschaften verbindet – zwischen Weiden, altem Wissen und traditionellen Handwerken, die heute neue Identitäten und Modelle ländlicher Entwicklung in Friaul-Julisch Venetien prägen.